Erneuerbare Energien – die Schweiz weiss, wie es geht

May 28

Erneuerbare Energien – die Schweiz weiss, wie es geht

Während in vielen Ländern dieser Welt Strom noch zum größten Teil aus Kohle oder Atomkraftwerken gewonnen wird, hat die Schweiz es in den letzten Jahren geschafft, den Anteil des Strombezugs aus erneuerbaren Energien deutlich zu erhöhen. Im Jahr 2019 stammte beispielsweise rund 75% des Stroms aus Schweizer Steckdosen aus erneuerbaren Energien, wo der Strom aus Wasserkraft ein deutliches Übergewicht hat.

Woher kommt der Strom aus erneuerbaren Energien?

In der Schweiz kam der Strom (in 2019) zu ca.:

  • 66% aus Grosswasserkraft
  • 8,4% aus Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft und auch Biomasse
  • 19% aus Kernenergie
  • 2% aus fossilen Energieträgern und Abfällen

Durch die vielen Berge und Täler eignet sich die Schweiz wegen der dadurch möglichen Gefälle hervorragend zur Gewinnung von Strom aus Wasserkraft. 76% des Wasserkraft-Stroms wurde daher auch in der Schweiz produziert. Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der Stromherkunft: Im Jahr 2005 stammte nur 33% des Stroms aus Wasserkraft, das hat sich zwischenzeitlich mehr als verdoppelt.

Überall, wo grosse Mengen Wasser gestaut werden können, kann man auch Wasserkraft zur Stromerzeugung nutzen

Erneuerbare Energien stossen an Grenzen: Wasserkraft-Ausbau nur noch schwer möglich

Allerdings stösst die Gewinnung von Strom aus Wasserkraft in der Schweiz auch an Grenzen: Die Möglichkeiten zum Bau von Grosswasserkraftwerken an weiteren Standorten ist – wenn man Landschaftsschutz und Gewässerschutz beachtet – so gut wie nicht mehr möglich. Das langfristige Ausbaupotential schätzt die Stromindustrie auf allenfalls 1,3 bis 2,5 TWh.

Windenergie stösst oft auf Widerstand

Mit Windrädern auf Bergkuppen kann man auch hervorragend Strom produzieren, allerdings stösst das Aufstellen von Windrädern auf Bevölkerungsgruppen mit wenig Akzeptanz. Der Anblick von Windrädern wird oft als störend empfunden und es wird als Gegenargument die Möglichkeit vorgebracht, dass Vögel von den Armen eines Windrads erschlagen werden können, was in der Praxis nicht allzu häufig vorkommt, aber bei seltenen Arten im Umfeld eines geplanten Standorts häufig zu Problemen führt, wenn es um die Bau eines Windrads zur Gewinnung erneuerbarer Energien geht.

Windräder erzeugen Strom aus Wind, sind aber nicht bei allen Anwohnern beliebt

 

Energiestrategie 2050 fördert erneuerbare Energien

In der Schweiz werden erneuerbare Strategien nach der Energiestrategie 2050 (ES2050) gefördert, dies betrifft verschiedene Bereiche, so:

  • Bekommen neue Biomasse-Anlagen, Geothermiekraftwerke, Windkraftwerke, grosse Photovoltaikanlagen und Kleinwasserkraftwerke eine Einspeiseprämie
  • Können Photovoltaikanlagen eine Einmalvergütung nach sich ziehen
  • Werden Neuanlagen oder erhebliche Erweiterungen von Biomasseanlagen und Windkraftanlagen mit Investitionsbeiträgen gefördert
  • Bestehende Grosswasserkraftanlagen erhalten eine Marktprämie, wenn die Produktion unter Gestehungskosten verkauft werden muss

Die Schweiz finanziert solche Förderungen aus einer Erhöhung des Netzzuschlags (2018 um 2,3 Rp/kWh erhöht)

Kernkraftwerke werden nicht ersetzt

Als weitere Fördermaßnahme für Energien, die uns die Natur zur Verfügung stellt, ist in der Schweiz beschlossen worden, Kernkraftwerke, die das Ende der Lebensdauer erreicht haben, nicht durch neue Kernkraftwerke zu ersetzen. Noch gibt es in der Schweiz zwar fünf Kernkraftwerke, aber über kurz oder lang werden dann auch diese nach und nach wegfallen. Noch gibt es:

  • Kernkraftwerk Beznau (zwei Kraftwerke seit 1969, bzw. 1972)
  • Kernkraftwerk Gösgen (seit 1979)
  • Kernkraftwerk Leibstadt (seit 1984)
  • Kernkraftwerk Mühleberg (in 2019 ausser Betrieb genommen)

Genaue Daten zur Abschaltung der noch laufenden Kernkraftwerke in der Schweiz gibt es nicht, aber bereits im Jahr 2019 konnte aufgrund der großen Strommengen aus erneuerbaren Energien eines davon abgeschaltet werden (Mühleberg).

Falls Sie sich mehr für erneuerbare Energie für zu Hause interessieren haben wir hier mehr Informationen.