Spachteln: Was sollten Heimwerker darüber wissen?

Apr 30

Spachteln: Was sollten Heimwerker darüber wissen?

Wer Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten im Innen- oder Außenbereich von Haus oder Wohnung durchführt, kommt um den Einsatz von Spachtelmasse meist nicht herum. Mit gezieltem Spachteln lassen sich Löcher und Risse in Wänden, Decke oder Boden schließen und Unebenheiten ausgleichen.

Der Fachhandel hält dazu eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte bereit. Doch es gibt diverse Spachtelmassen für verschiedene Zwecke und Auswahlmöglichkeiten bei den Arbeitsgeräten. Worauf es bei der Auswahl ankommt, erläutern wir nachfolgend ausführlich.

Arbeitsgeräte: Spachtel oder Kelle?
Der Spachtel dient bei zahlreichen Tätigkeiten als effektives Werkzeug. Ob zum Auftragen, Verteilen oder Glätten von Spachtelmasse auf einem Untergrund oder zum Ablösen von flächigen Materialien wie etwa Tapeten oder geklebten Teppichböden, das Arbeitsgerät ist bei vielen handwerklichen Arbeiten unverzichtbar.

Zumeist besteht der Spachtel aus einem dreieckig geformten Blech. Dieses ist an der Spitze in ein Heft aus Holz eingefasst. Außerdem sind Spachtel mit rechteckiger Grundform gebräuchlich, deren Griffelement aus Kunststoff gefertigt ist. Im Vergleich zu einer Kelle erweist sich ein Spachtel häufig als etwas biegsamer, was das Auftragen der Masse erleichtern kann. Bei der großflächigen Verarbeitung bieten Kellen jedoch den Vorteil, dass größere Mengen schneller eingearbeitet werden können.

Welche Spachtelmassen gibt es?
Spachtelmasse, in Fachkreisen kurz auch Spachtel genannt, ist eine breiige Substanz, die in drei Grundbestandteilen angeboten wird: Zement, Gips und Kunstharz. Die Zuordnungen verlaufsfähig und standfest geben dabei Auskunft über die jeweilige Konsistenz der Masse:

– verlaufsfähige Spachtelmasse: zum Glätten und Nivellieren von Flächen

– standfeste Spachtelmasse: zum Füllen und Reparieren von Schadstellen, Rissen oder Löchern

Neben fertigen Spachtelmassen sind im Falle von Zement und Gips Produkte in Pulverform erhältlich, die mit Wasser selbst angerührt werden müssen. Letztere zeichnen sich häufig als kostengünstiger aus, sodass sich damit – je nach Umfang der geplanten Arbeiten – einiges an Geld sparen lässt. Kunstharzspachtel gibt es dagegen nur in bereits fertig gemischter Form.

Welche Spachtelmasse eignet sich für welchen Zweck?
Entscheidend für die Wahl einer zementgebundenen, gipsgebundenden oder kunstharzgebundenen Spachtelmasse ist ihr Einsatzbereich. So spielt es eine Rolle, ob die Arbeiten innen oder außen durchgeführt werden sollen. Jede der drei Arten ist für die Haftung auf einem bestimmten Untergrund ausgelegt. Die Spachtelmassen trocknen außerdem unterschiedlich schnell und erzeugen verschiedene Oberflächenstrukturen.

Zementgebundene Spachtelmassen:
Zementgebundene Spachtelmassen empfehlen sich für den Außenbereich, für Feuchträume und Fußböden. Überall dort, wo es zu Feuchtigkeit oder Nässe kommen kann, bietet Zementspachtel einen klaren Vorteil, denn Wasser kann dem Material kaum etwas anhaben – ganz im Gegensatz zu Gipsspachtel.

Gipsgebundene Spachtelmassen:
Spachtelmasse auf Gipsbasis ist der universell einsetzbare Grundstoff, um im Innenbereich zu spachteln. Gips bietet gegenüber dem alkalischen Zement den großen Vorteil, dass sein ph-Wert neutral ist. Deshalb zeigt er eine hohe Verträglichkeit mit sämtlichen Materialien, mit denen er in Kontakt gerät. So entstehen beispielsweise keine Verfärbungen, wenn später Tapezierarbeiten erfolgen.

Kunstharzgebundene Spachtelmassen:
Kunstharzspachtel ist der Tausendsassa unter den Spachtelmassen und kann im Innen- und Außenbereich auf mineralischen Untergründen, Holz oder Metall zum Einsatz kommen. Dieser Spachtel härtet durch Verdunstung seines Wasseranteils aus. Hier ist jedoch zu beachten, dass der Trocknungsvorgang im Falle von dicker aufgetragenen Schichten relativ lange dauert.

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